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11.12.2018 : 6:28

Konzept der Akupunktur

Die Akupunktur ist ein Behandlungskonzept der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie basiert auf der Fünf-Elemente-Lehre und der Lehre von den Meridianen. Sie verbindet in pragmatischer Hinsicht zwei Verfahren:

   1. Erwärmen der Punkte (Moxibustion)
   2. Einstechen der Nadel in die Akupunkturpunkte

In der Akupunktur wird die Existenz von 361 Akupunkturpunkten angenommen, die auf den Meridianen angeordnet sind. Demnach gibt es zwölf Hauptmeridiane, die jeweils spiegelbildlich auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind, acht Extrameridiane und eine Reihe von so genannten Extrapunkten. Nach Meinung der Traditionellen Chinesischen Medizin wird durch das Einstechen der Nadeln der Fluss des Qi (Lebensenergie) beeinflusst.

Die Akupunktur gehört zu den Umsteuerungs- und Regulationstherapien. Noch älter als die Akupunktur ist die Akupressur. Hier werden die Punkte mit Hilfe der Fingerkuppen massiert.

Körpereigene Reizmethoden sind auch in anderen Kulturen bekannt. Bei den Arabern die Skarifizierung der Haut etwa bei Hexenschuss und bei den Bantu die Perforation der Ohrläppchen.

Abwandlungen wie das in Japan entwickelte Shônishin (jap. shôni = Kleinkind, shin = Akupunkturnadel) verwendet stumpfe Gegenstände statt Nadeln.

Ohrakupunktur
Das Konzept der Ohrakupunktur (auch Auriculotherapie genannt) wurde vom französischen Arzt Paul Nogier entwickelt. 1954 berichtete er erstmals in der Deutschen Zeitschrift für Akupunktur über seine Erfahrungen und 1961 stellte er seine Diagnose- und Therapieform auf einem Akupunkturkongress in Deutschland vor. Die Behandlung über das Ohr ist zwar auch aus der chinesischen Akupunktur bekannt, es werden dort jedoch nur wenige Punkte – und diese auch nur selten – verwendet. Eine weitere Form der Ohrakupunktur ist die Neuroaurikulotherapie (NAT). Sie ist eine Synthese aus Neurowissenschaft und Aurikulomedizin. Sie verbindet das Erfahrungswissen der Repräsentationen in der Ohrmuschel mit den modernen Erkenntnissen der wissenschaftlichen Neurobiologie. Das NADA-Protokoll (National Acupuncture Detoxification Association, gegründet 1985), wurde von dem Neurochirurg L. H. Wen in Hongkong entwickelt, und soll Entzugsschmerzen lindern und den Suchtdruck senken helfen.

Handakupunktur
Daneben besteht noch das Konzept der koreanischen Handakupunktur, bei der die Meridiane fast komplett auf den Händen abgebildet sind, sowie das der Schädelakupunktur mit Abbildung der Meridiane auf den Schädel. Ähnliche Vorstellungen stecken auch hinter der Fußakupunktur.